Sonntag, 27. September 2015

Löwen wecken von Ayelet Gundar-Goshen

Also den Namen musste ich erstmal üben, auszusprechen und mir zu merken. Vielleicht hat es darum so lange gedauert, bis ich es gelesen habe.

Cover: Löwen weckenLöwen wecken von Ayelet Gundar-Goshen
Aus dem Klappentext: Ein Neurochirurg überfährt einen illegalen Einwanderer. Es gibt keine Zeugen, und der Mann wird ohnehin sterben - warum also die Karriere gefährden und den Unfall melden? Doch tags darauf steht die Frau des Opfers vor der Haustür des Arztes und macht ihm einen Vorschlag, der sein geordnetes Leben komplett aus der Bahn wirft. Wie hätte man selbst in einer solchen Situation gehandelt? Diese Frage schwebt über dem Roman, der die Grenzen zwischen Liebe und Hass, Schuld und Vergebung und Gut und Böse meisterhaft auslotet.

Wer "Schiffsbruch mit Tiger" gelsen hat, dem wird das Buch auch gefallen. Es ist anders, es ist nicht deutsch (also keine typische Kriminalgeschichte nach Schema-F oder ein meodramatische Liebesgeschichte), sondern es ist ein Sprachspiel mit vielen Anspielungen und dichterischen Elementen.
Hier werden schonungslos die Untiefen des menschlichen Egos aufgedeckt, ohne aber ins Klischeehafte zu verfallen. Der Hintergrund der Geschichte dient vielmehr als Grundlage zu einer Diskussion, wieviel eigentlich ein Menschenleben wert ist, wieviel man bereit ist aufzugeben, um anderen zu helfen und wie man selbst in gewissen Situationen entscheiden würde. Die Autorin verzichtet dabei darauf einem eine Definition von Gut und Böse aufzudrängen.
Es ist ein Thema, das angesichts der Flüchtlinge in Deutschland brandaktuell ist.
Darum ein Buch, das ich definitiv zum Lesen empfehle.
Bewertung:

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