Donnerstag, 2. Juli 2015

Makarionissi oder Die Insel der Seligen von Vea Kaiser

Man sollte von einem hochgelobten Autor nicht unbedingt mit dem beliebten Erstlingswerk anfangen, zumindest nicht wenn man das zweite auch lesen will, denn dann sind die Erwartungen hoch und die Enttäuschung groß, denn schauen wir mal den Tatsachen ins Auge: ein Hit, vielleicht mal zwei schaffen die Künstler, ob es nun Musiker oder Autoren sind, doch dann verschwinden sie wieder ganz schnelle aus den Augen der Welt. Offensichtlich läßt die Kreativität sich nicht steuern und ist unbegrenzt abrufbar. Es sei denn man wird ein reiner Technik-Schreiber. Das mag für Krimis und Historien-Romane gehen, aber in allen anderen Bereichen riecht man schnell wie lätschert die Kunst wird.
Leider machen sich nur die wenigsten Jung-Künstler bewusst, dass ihr Ruhm nur kurz sein wird.
Also habe ich diesmal mit Vea Kaisers zweiten Roman angefangen - nur Sicherheitshalber.
Makarionissi von Vea Kaiser
Eine Familie wird auseinandergerissen, um wieder zusammenzufinden. Alles beginnt mit einem vom Krieg entzweiten Dorf an der griechisch-albanischen Grenze. Mit Yiayia Maria, einer Großmutter und Kupplerin par excellence, die keine Intrige scheut, um den Fortbestand ihrer Familie zu sichern. Und mit der klugen, sturen und streitbaren Eleni und ihrem Cousin Lefti, der sich nichts sehnlicher wünscht als Frieden. Doch dann deutet Yiayia Maria die Zeichen falsch und stürzt damit gleich mehrere Generationen ihrer Familie ins Unglück.
Klingt spannend, könnte aber auch der übliche seicht geschriebene Historienquatsch sein.
Das Cover ist zumindest sehr gelungen. Neu, einfach, pastellfarben, wie es zur Zeit beliebt ist, etwas bieder, was die Atmosphäre der handelnden Personen ganz gut ausdrückt.
Vea Kaiser erzählt die Geschichte dieser Familie sehr lebendig und mit einem liebenswerten Humor. Vieles in der Psychologie der Figuren kommt einem bekannt vor und regt zu Nachdenken an. Und doch schafft der Roman es nicht mehr zu werden als eine nette Familiengeschichte. Die eigentliche Tiefe und Dramatik ist nicht herausgearbeitet.
Bewertung:

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